Wie auch in vielen anderen Bereichen von Sport und Ernährung, gibt es auch im Bodybuilding hartnäckige Schein-Wahrheiten, die leider den Tatsachen nicht entsprechen und die somit als Mythen bezeichnet werden können. Oftmals haben sich diese Scheinwahrheiten tief verwurzelt, wobei die Erkenntnisse der modernen Forschung und Wissenschaft diese Wahrheiten definitiv widerlegen können.

Definitionsübungen und Masseübungen trennen
Eine der Wahrheiten, die schon seit Jahren in Bodybuilderköpfen fixiert ist, ist die vermeintliche Tatsache, dass Definitionsübungen und Masseübungen getrennt zu betrachten sind. Hier sind Sportler dann zunächst damit beschäftigt, Masse innerhalb ihrer Muskulatur aufzubauen, um diese dann später zu definieren. Definition von Muskulatur wird aber nicht durch spezielle Übungen erzielt, sondern durch die Reduzierung von Fettgewebe unterhalb der Haut. Hier kann nicht das spezielle Definitionstraining bessere Effekte liefern, sondern eine angepasste Ernährung gemeinsam mit einem ausgewogenen Training.

Der Muskel erkennt sehr wohl eine Belastung. Aus welcher Übung diese Belastung hervorgeht, kann er aber nicht erkennen. Somit ist eine Unterteilung in Definitions- und Masseaufbauübungen ein sinnloses Unterfangen. Eine gute Definition der Muskulatur lässt sich schlicht durch ein angepasste Ernährung erzielen. Dabei muss es das Ziel sein, das Unterhautfettgewebe zu reduzieren, denn unsere Haut allein ist dünn genug, mit wenig Fettanteil eine definierte Muskulatur zu zeigen. Die Art der Übungen hat auf die Definition keinen Einfluss.

Geometrie um jeden Preis ist erzielbar
Nicht selten wird in Trainingseinheiten versucht, um jeden Preis eine gute Ausführung von Übungen zu erzielen. Dabei ist es auch üblich, dass ein Trainingspartner den anderen – besonders bei Einsteigern im Bodybuilding – durch vermeintliche Unterstützung der Übungen in die richtige Haltung zwingt. Ebenso wie eine perfekt aufrechte Haltung in vielen Jahren gepriesen wurde, diese aber zugunsten des dynamischen Sitzens aufgegeben wurde, ist inzwischen auch die exakt genaue Ausführung der Übungen in bestimmter Haltung überholt. Diese gewünschte Perfektion kann zulasten des gesamten Bewegungsapparate gehen. Nicht jeder Trainierende kann exakt die gleiche Körperhaltung wie der andere einnehmen und Ziel ist es lediglich, einen harmonischen Bewegungsablauf zu erzielen, dabei schädliche und ineffektive Haltungen zu vermeiden. Wer die perfekte Übungsausführung mit Hilfe des Trainingspartners, der die erforderlichen Bewegungen erzwingt, erreichen will, führt die Übung nicht korrekt im Sinne des Muskelwachstums aus.

Bauch und Waden brauchen tägliches Training
Das Training bestimmter Muskelgruppen nur einmal wöchentlich zugunsten des Muskelwachstums hat sich inzwischen weitgehend etabliert. Dabei nehmen Bauch und Waden noch immer häufig eine Sonderstellung ein, werden sie doch gleich in jeder Trainingseinheit mittrainiert. Tatsache ist aber, dass auch Bauch- und Wadenmuskulatur – trotz ohnehin täglicher Beanspruchung im Alltag – eine Auszeit benötigen vom gezielten Muskeltraining.

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